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Zur Geschichte des Hauses Gröning in Dangast


Die Geschichte des Hauses Gröning reicht in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Es wurde als Walmdachhaus von einem unserer Vorfahren im Ortsteil Dangast-Strand errichtet. Die Häuser von Dangast-Strand, so auch unser Haus, stehen am Geestrand zum Jadebusen. Dort wohnten die Fischer in der Nähe eines Weges, der zu einer im späten 18. Jahrhundert entstandenen Anlage mit Kurhaus führte, die einst auch von der großherzoglichen Familie in Oldenburg genutzt worden war. In Dangast-Dorf mit dem Dorfkrug, dort wo die Geestinsel Dangast in die Brackmarsch übergeht, hatten sich die Bauern niedergelassen.

Unsere Vorfahren sicherten sich ihren Lebensunterhalt mit dem Fang von Fischen und Krabben (Garnelen) im nahegelegenen Jadebusen, einem großen Garten, in dem Kartoffeln und Gemüse angebaut wurden und landwirtschaftlich genutzten Flächen, die südlich an die Wohnräume im Haus anschlossen. Die Ställe für das Vieh, Ziegen und Schweine, und der Heuboden lagen nach Norden zum Jadebusen hin. Von dort führte einst der Zugang zwischen den noch jungen Linden hindurch zum Haus.

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"Bärtiger Mann", "Fischer Gröning", "Alter Fischer" (v.l.n.r.) von Erich Heckel (1883-1970) mit freundlicher Genehmigung des Copyright Inhabers: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen.

In den Räumen des Hauses erinnern verschiedene Gegenstände, vor allem Fotografien und Bilder, an vergangene Zeiten. Als im frühen 20. Jahrhundert die Maler Ernst Ludwig Kirchner, Fritz Bleyl, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff, die sich 1905 in Dresden unter der Bezeichnung "Die Brücke" zusammengeschlossen hatten - später stießen Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Mueller hinzu -, Dangast entdeckten, kamen einer von ihnen, Erich Heckel, 1907 und 1908 auch in das Haus Gröning.

Ein Beleg dafür ist das Gemälde "Dangaster Landschaft" von Erich Heckel (1883-1970). Das Gemälde, das sich im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg befindet, zeigt im Vordergrund den von einer Weißdornhecke umgebenen Garten, in dem u.a. Rotkohl angebaut wurde. Den Durchgang vom Garten zu den dahinter sommerlich hellgelb strahlenden Weizenfeldern kennzeichnen zwei Rotdornhochstämmchen. Am Ende der Felder leuchten in Heckels Gemälde die Dächer der Bauernhäuser von Dangast-Dorf aus dem grünen Blattwerk der Bäume hervor. Damals konnte man vom Haus Gröning an der Rennweide in Dangast-Strand über die Felder bis nach Dangast-Dorf blicken. Diese Sicht war bis weit in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts hinein möglich.

für höhere Auflösung, klicken "Dangaster Landschaft" (1908) von Erich Heckel (1883-1970) mit freundlicher Genehmigung des Landesmuseums für Kunst- und Kulturgeschichte in Oldenburg, dem aktuellen Standort des Bildes.

Ab den 1930er Jahren entwickelte sich in Dangast der Tourismus, der sich nicht zuletzt auch im ab 1935 von Karl-August Tapken geführten Kurhaus und in Ferienkinderheimen wie dem von Irma Franzen-Heinrichsdorff betriebenen "Irmenfried" (siehe dazu auch das Buch von Gert Gröning "Von Dangast nach Colorado Springs") und dem von Dr. Hermann widerspiegelte. Im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts stieg Dangast als Ferien- und Erholungsort sichtbar auf. Viele der landwirtschaftlich genutzen Flächen wurden unterteilt und mit Häusern und Gärten für Ferienwohnungen bebaut. So verbanden sich die Ortsteile Dangast-Dorf und Dangast-Strand baulich. Heckels Gemälde "Dangaster Landschaft" dokumentiert also einen mittlerweile lange zurückliegenden Zustand.

Zu Ernst Heckel gab es im Haus Gröning auch eine private Verbindung. So erzählen die Enkel Gert und Klaus von Gesprächen mit ihrem Großvater Carl:

„[…] dass Erich Heckel und unsere Tante Minna, eine Schwester unseres Großvaters, wohl Gefallen aneinander gefunden hatten. Es gab allerdings zumindest zwei Gründe warum daraus nicht mehr wurde, wie uns unsere Tante erläuterte. Einerseits kam Heckel damals mit einer Kutsche und mit Handschuhen nach Dangast. Und das wies ihn als feinen Herrn aus. Da hatte ein Fischermädchen sich gefälligst zurückzuhalten. Zum anderen hat ihr Vater, also unser Urgroßvater, wohl auch auf die unsichere Kunst des Malens als Broterwerb hingewiesen und stand daher einer möglichen Verbindung skeptisch gegenüber.“


Ein weiteres Bild von Ernst Heckel, die Druckgrafik „Fischermädchen“ aus dem Jahr 1908, könnte auf diese Verbindung zum Haus Gröning verweisen. Möglicherweise ist es Gert und Klaus Grönings Tante Minna. Vielleicht auch deren Schwester Henny. Letzteres legt eine fotografische Aufnahme aus unserer Familie um 1900 nahe. Sie zeigt den Urgroßvater Johann Hinrich und seine Frau Helene Gröning mit ihren sieben Kindern. Betrachtet man die mittig in der hinteren Reihe stehende Tochter Henny, so lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit mit Heckels Darstellung feststellen. Doch sind die Züge des Mädchenkopfes soweit abstrahiert, dass sich das nicht genauer klären lässt. Schließlich könnte auch ein anderes Fischermädchen in Dangast Heckel zu seinem Bild angeregt haben.

für höhere Auflösung, klicken "Fischermädchen" von Erich Heckel (1883-1970) mit freundlicher Genehmigung des Copyright Inhabers: Nachlass Erich Heckel, Hemmenhofen.


für höhere Auflösung, klicken Foto der Familie von Carl und Helene Gröning (um 1900).


Sie entnehmen diesen wenigen Anmerkungen zur Geschichte des Hauses Gröning, dass wir historisch eng mit Dangast verbunden sind. Wir hoffen, dass Sie einen Teil dieser Atmosphäre noch heute spüren können und sich nicht zuletzt wegen der modernen Annehmlichkeiten des Hauses Gröning im Ort Dangast gut aufgehoben fühlen.

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